Eine Kirche aus Lebkuchen

In diesem Jahr gibt es eine Kirche (oder Kathedrale) aus Lebkuchen

In diesem Jahr gibt es eine Kirche (oder Kathedrale) aus Lebkuchen

Als Kind habe ich in der Weihnachtszeit oft mit einer Mutter eine Aufführung von Hänsel und Gretel in der Oper meiner Heimatstadt besucht. Ich habe das geliebt und erinnere mich noch gut an das wunderschön gestaltete Bühnenbild. Das Haus der Hexe sah tatschlich wie ein Lebkuchenhaus aus. Irgendwie ist das bei mir hängen geblieben und vor einigen Jahren entstand dann die Idee, ein "Hexenhäuschen" aus Lebkuchen selber zu machen. Wir sind alle ein bisschen "back- und dekoverrückt" und so ist daraus im Laufe der Zeit daraus ein Familienprojekt entstanden, an dem jedes Jahr alle gemeinsam voller Begeisterung mitmachen - jeder entsprechend seiner Talente und Vorlieben. 

Nach verschiedenen Häuschen mit und ohne Kotten (mittelniederdeutsch für Hütte) und zuletzt einer Ritterburg war in diesem Jahr eine Kirche dran. Warum eine Kirche? Sie passt thematisch zu Weihnachten, bietet viel Platz für bunt marmorierte Kirchenfenster und schien auch sonst ein perfektes Objekt, um es aus Lebkuchen nachzubauen. 

Süße Naschereien verzieren die Kirchen - da ist für jeden etwas dabei

Süße Naschereien verzieren die Kirchen - da ist für jeden etwas dabei

Der Architekt in unseren Reihen hat sich um die Konstruktion, (sogar anhand eines Modells aus Pappe) und die Erstellung des Bauplans gekümmert. Und am zweiten Adventswochenende war es endlich so weit. Wir haben geknetet, gerollt, geschnitten, gebacken, gebaut und dekoriert. Und hier ist das Ergebnis - unsere Kathedrale :-)

Zutaten für den Teig

  • 180g Zuckerrübensirup
  • 180g Honig
  • 400g brauner Zucker
  • 180ml Wasser
  • 60g Lebkuchengewürz
  • 560g Butter
  • 2 Tl Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1500 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver

Zutaten für die Dekoration

  • 1 Tüte Zuckerbonbons (z.B.: Himbeere)
  • 4 Eiweiß
  • 4x 250g Puderzucker
  • 4 El Zuckersirup
  • 4-8 El Wasser
  • flüssige Lebensmittelfarben (Gelfarben sind auch gute verwendbar)
  • Zuckerperlen in verschiedenen Größen und Farben
  • Smarties (groß und klein)
  • Süßigkeiten nach Herzenslust und Geschmack

Zubereitung

Die Angegebene Zutatenmenge ist bezogen auf unsere Lebkuchenkirche, der zugehörige "Bauplan" sollte auf Din A3 ausgedruckt werden. Aus dem verbleibenden Teig, wenn alle Bau-Teile ausgedruckt sind, wird die Bodenplatte erstellt. (Der Bauplan steht am Ende des Posts zum Download zur Verfügung.)

Alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Zuckerrübensirup, Honig und Zucker werden mit dem Wasser aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen, Butter und Lebkuchengewürz unterrühren und anschließend Natron und Salz zugeben.

Lebkuchenkirche mit allerlei Süßigkeiten verziert

Lebkuchenkirche mit allerlei Süßigkeiten verziert

Mehl und Backpulver gründlich mischen. Die Zucker-Butter-Masse abkühlen lassen, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat und dann unter das Mehl kneten. Das geht gut mit einem Holzlöffel und anschließend mit den Händen. Sobald der Teig homogen ist, wird er zu einer Kugel geformt und sollte über Nacht im Kühlschrank ruhen.  

Für die Fenster: Die Zuckerbonbons in einem Zerkleinerer zu feinem Pulver mahlen, dabei kann es recht laut werden. Eine halbe Stunde bevor es am folgenden Tag weitergehen soll, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Den Backofen auf 170° Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem ebenfalls bemehlten Nudelholz ca. 1/2 cm dick ausrollen und die Teile für ein Lebkuchenhaus ausschneiden bzw. Plätzchen ausstechen. Evtl. Fenster ausstechen und die entstandenen Löcher mit dem Bonbon-Pulver füllen. Das Pulver sollte mit der Oberfläche des Teiges abschließen. Evtl. jeweils einen Tropfen flüssige Lebensmittelfarbe zugeben. Alle Teile für ca. 10-12 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

Die Toppas auf dem Dach muten bei den übrigen Verzierungen geradezu gesund an

Die Toppas auf dem Dach muten bei den übrigen Verzierungen geradezu gesund an

Für die Verzierung das Royal Icing zubereiten. Dazu in bis zu vier einzelnen Portionen jeweils 250g Puderzucker sorgfältig sieben und mit einem Eiweiß in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer leicht aufschlagen. Nach und nach den gesiebten Puderzucker, den Sirup und das Wasser hinzugeben. Der Guss sollte zähflüssig sein. Wenn die Masse noch gefärbt werden soll, darauf achten, dass die Farbe den Guss weiter verflüssigt, also vorher nicht zu viel Wasser hinzugeben.

Ohne Zweifel - Weihnachten naht

Ohne Zweifel - Weihnachten naht

Für das Lebkuchenhaus nun die einzelnen Teile mit Hilfe des Zuckergusses zusammen bauen. Unebenheiten können mit dem Guss gut ausgeglichen werden. Es empfiehlt sich, den "Rohbau" für einige Zeit trocknen zu lassen, damit der Zuckerguss anziehen kann und das Haus an Stabilität gewinnt.

Nun die Wände, Dächer, Türme und Dekoplätzchen nach Herzenslust mit Zuckerguss und Süßigkeiten verzieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und wer noch Anregungen sucht, der googelt den Begriff "gingerbread house" und sollte fündig werden.

Mein größter Kritiker führt die "Endabnahme" durch :-)

Mein größter Kritiker führt die "Endabnahme" durch :-)

Habt weiterhin eine wundervolle und köstliche Vorweihnachtszeit!

Eure Tine

Lebkuchen {Willkommen in der Weihnachtsbäckerei}

Weihnachtliche Lebkuchen

Weihnachtliche Lebkuchen

Habe ich nicht vor ein paar Tagen gesagt, dass die Zeit rennt? Sie rast in einem unfassbaren Tempo, wirklich! Die ersten Blogs zeigen schon herrliches Weihnachtsgebäck, ebenso ein untrüglicher Vorbote wie die wunderschön dekorierten Schaufenster und winterlich erleuchteten Innenstädte - es wird also höchste Zeit, die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen! Spätestens ein Blick in den Kalender lässt keine Zweifel zu, in knapp zwei Wochen ist der 1. Advent. Zwar backen wir für gewöhnlich während der gesamten Adventszeit Plätzchen und Gebäck, aber am ersten Advent soll der Teller nicht vollkommen leer sein - Abhilfe muss also dringend her.

Wenn Lebkuchen gebacken werden, erfüllt das wunderbare Aroma der weihnachtlichen Gewürze nicht nur die Küche, sondern die ganze Wohnung mit einer zarten vorweihnachtlichen Stimmung. Das ideale Gebäck also, um die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen. Zudem lässt es sich prima lagern. Das Rezept, das ich euch heute vorstellen möchte, stammt (mit kleinen Veränderungen) aus einer Weihnachtsausgabe der essen & trinken ("Süße Weihnachten" essen & trinken Spezial, Nr. 2 2010, S. 158) 

Krönchen und Nikoläuse aus Lebkuchen

Krönchen und Nikoläuse aus Lebkuchen

Da der Teig während der Zubereitung ruhen muss und die Plätzchen vor der Dekoration auskühlen müssen, bereite ich sie meist an drei aufeinander folgenden Abenden zu. Der erste Abend ist dem Teig vorbehalten, am zweiten Abend wird gebacken und der dritte Abend gehört der Dekoration. Wenn es schön kalt ist, spart man sich einen Abend, indem man die Plätzchen auf der Fensterbank oder vor einem geöffneten Fenster auskühlen lässt. Die angegebene Teigmenge reicht für zwei Bleche, falls mehr benötigt wird, die Menge einfach verdoppeln oder verdreifachen.

Zutaten

  • 30g Zuckerrübensirup
  • 30g Honig
  • 60g brauner Zucker
  • 30ml Wasser
  • 10g Lebkuchengewürz
  • 90g Butter
  • 1/2 Tl Natron
  • 1 Prise Salz
  • 250g Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • 1 Eiweiß
  • 250g Puderzucker
  • 1 El klarer Sirup (kann man auch weglassen)
  • 1-2 El kaltes Wasser
  • Lebensmittelfarbe nach persönlichem Wunsch
  • Perlen, Glitzer, Zuckerschmuck usw. zur Dekoration

Zubereitung

Alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Zuckerrübensirup, Honig und brauner Zucker werden mit 30ml Wasser aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen, Butter und Lebkuchengewürz unterrühren und anschließend Natron und Salz zugeben.

Der flüssige Guss lässt sich wunderbar marmorieren

Der flüssige Guss lässt sich wunderbar marmorieren

Mehl und Backpulver gründlich mischen. Die Zucker-Butter-Masse abkühlen lassen, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat und dann unter das Mehl kneten. Das geht gut mit einem Holzlöffel und anschließend mit den Händen. Sobald der Teig homogen ist, wird er zu einer Kugel geformt und sollte über Nacht im Kühlschrank ruhen.  

Eine halbe Stunde bevor es am folgenden Tag weitergehen soll, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Den Backofen auf 170° Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem ebenfalls bemehlten Nudelholz ca. 1/2 cm dick ausrollen und die Plätzchen ausstechen. Die Plätzchen für ca. 10-12 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

Bunte Lebkuchenparade

Bunte Lebkuchenparade

Für die Verzierung das Royal Icing zubereiten. Dazu den Puderzucker sorgfältig sieben und ein Eiweiß mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer leicht aufschlagen. Nach und nach den gesiebten Puderzucker, den Sirup und das Wasser hinzugeben. Der Guss sollte zähflüssig sein. Wenn die Masse noch gefärbt werden soll, darauf achten, dass die Farbe den Guss weiter verflüssigt, also vorher nicht zu viel Wasser hinzugeben.

Die Plätzchen nach Belieben mit dem Guss und mit Zuckerdekor verzieren.

Lebkuchenherz

Lebkuchenherz

Viele Spaß beim Nachbacken und habt eine gute (Kuchen-)Zeit!


Halloween {gruseliges Naschwerk}

Halloween - dieses Fest verbinde ich neben wunderbaren Erinnerungen an einen tollen Urlaub natürlich mit dem Tag selbst. Damals waren wir zum New York Marathon gereist und hatten das große Glück, dort diesen besonderen Tag hautnah miterleben zu dürfen. Es ist etwas ganz anderes, viel authentischer und die Stimmung ist unvergleichlich. Die Straßen und fast jeder Hauseingang waren schon Tage zuvor wunderschön bis leicht gruselig dekoriert. Süße Köstlichkeiten in unheimlichen Formen und Farben lachten mich aus diversen Theken und Auslagen an - herrlich! Und natürlich schaurig schöne Kostüme, wohin man auch schaut. Habe ich schon erwähnt, dass ich eine Phobie vor Spinnen habe? Eine echte Herausforderung an einem solchen Tag! ;) Wenn man einmal hautnah dabei war, kommt man an diesem Tag nicht mehr vorbei und schon gar nicht, weil die Halloween-Welle ja zunehmend nach Europa "schwappt".

Eine wunderbare Gelegenheit also, gemeinsam mit meinem Großen zu backen. Er ist immer voller Begeisterung dabei, wenn er helfen darf. Das Hobby der Mama geht nämlich nicht spurlos an ihm vorbei: Bevor ein Sandkuchen verkostet werden darf, muss erst mal ein Foto gemacht werden. :)

Mit vereinten Kräften geht es also ans Werk!

Zutaten für die Kekse

  • 150g Mehl
  • 100g kalte Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • Abrieb von einer unbehandelten Zitrone oder Orange

Zutaten für das Icing

  • 250g Puderzucker
  • 1 Eiweiß
  • etwas Zitronensaft
  • 1 El Sirup (möglichst farblos, damit der Guss einen schönen Glanz bekommt)
  • etwas Wasser
  • Lebensmittelfarbe nach Belieben
  • Spritzbeutel und Tüllen zum Dekorieren der Kekse

Zubereitung

Für die Kekse bereite ich aus den Zutaten rasch einen Mürbeteig zu. Es ist wichtig, dass die Butter sehr kalt ist. Durch schnelles Arbeiten wird auch der Teig nicht zu warm. Er darf nun für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen, ruhig auch etwas länger.

Den Backofen auf 175°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier oder Backmatten auslegen.

Den Teig in mehreren Portionen auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder Silikonmatte ausrollen und Kekse mit Kürbis-, Fledermaus- oder anderen herbstlichen Ausstechern ausstechen. Da die Kekse anschließend eine ordentliche Icing-Schicht bekommen, mag ich sie gerne etwas dicker als gewöhnlich. Ein halber Zentimeter oder etwas mehr darf es also sein.

Die Kekse werden anschließend für ca. 10-15 Minuten gebacken. Sobald sie goldgelb sind, können sie raus und dürfen auf einem Kuchengitter gründlich auskühlen.

Während die Kekse im Ofen backen, bereite ich das Icing vor. Dafür wird der Puderzucker sorgfältig gesiebt und mit dem Eiweiß, dem Zitronensaft und dem Sirup verrührt. Das geht am schnellsten in der Küchenmaschine. Nach 5-8 Minuten sollte der Guss geschmeidig sein. Er wird dann so lange mit Wasser verdünnt, bis er die richtige Konsistenz hat. Bei der Zugabe von Wasser bitte super vorsichtig sein und in sehr, sehr kleinen Portionen arbeiten. Wenn man die Oberfläche des Icings mit einem Messer teilt, sollte sich die Lücke binnen 10 Sekunden schließen. Sofern flüssige Lebensmittelfarben verwendet werden, sollte man den Guss ruhig etwas fester lassen und kann ggf. nach dem Färben noch etwas Wasser ergänzen.

Nun kann der Guss nach Belieben eingefärbt und auf die Spritzbeutel verteilt werden. Ich verwende für die Dekoration von Keksen Lochtüllen der Größen 1, 2 oder 3. Je kleiner desto filigraner.

Meine Halloween Kekse sind übrigens inspiriert von der wundervollen Amber Spiegel, die eine zauberhafte Seite hat: Sweetambs!

Habt eine tolle Zeit und genießt auch mal 'nen Cookie!

Eure Tine

P.S.: Bei den Cupcakes auf den Bildern handelt es sich um Birnen-Vanille-Muffins mit einer Schokoladenganache. Für die Muffins verwendet ihr das Rezept der Apfel-Karamell-Cupcakes und tauscht die Äpfel gegen 2 grob geriebene Birnen aus. Zitronensaft, Mandeln und Karamellcreme einfach weglassen. Für die Schokoladenganache könnt ihr das Rezept der Schokoholic-Cupcakes verwenden.